Der Markt mit der Schönheit und damit Faltenunterspritzung boomt und ist längst salonfähig geworden. Anbieter werben mit einer schnellen und schmerzfreien Behandlung und natürlichen Ergebnissen, so dass Hersteller mit weiteren Wachstumsanstiegen in den kommenden Jahren rechnen. Doch der Markt hat Zugangsvoraussetzungen, die wir in diesem Beitrag beleuchten möchten:

Was können Botox und Filler?

Botox legt bestimmte Nervenimpulse lahm und führt zu einem Stillstand von einzelnen Gesichtsmuskeln, indem der dafür notwendige Botenstoff blockiert wird. Als Folge der Muskelentspannung glätten sich die Falten und die Mimik verändert sich. Botox wird neben dem ästhetischen Bereich auch im medizinischen Sektor angewendet und wird u.a. gegen Migräne und extremes Schwitzen gespritzt.

Neben der Faltenunterspritzung mit Botox gibt es zahlreiche Filler, beispielsweise Hyaluronsäure oder Eigenfett, die ebenso Falten ausgleichen sollen. Die Preise für eine Faltenunterspritzung bewegen sich in Deutschland zwischen 200€ und 3.000€ pro Behandlung, je nach Menge, Region und Wirkstoff.

Wer darf Faltenunterspritzung durchführen?

Das Gesetz gibt strenge Vorgaben, welche Berufsgruppen welche Faltenunterspritzungen vornehmen dürfen. Ärzte dürfen unabhängig von ihrer Fachrichtung jeden dermalen Filler verschreiben und unterspritzen. So wären Sie als Hausarzt befugt, Ihren Patienten eine Nasolabialfalte mit Hyaluronsäure zu unterspritzen.

Umstritten ist, ob Heilpraktiker gem. § 1 Heilpraktikergesetz (HeilpG) Faltenunterspritzungen mit Botox vornehmen dürfen. Denn für § 1 Abs. 2 HeilpG liegt die Ausübung von Heilkunde nur vor, bei der Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden. Ob eine Einstufung von Maßnahmen der ästhetischen Schönheitsbehandlung wie Faltenkorrekturen am gesunden Menschen im Einzelfall als Heilbehandlung möglich ist, bedarf der sorgfältigen rechtlichen Prüfung. Die Unterspritzung mit Hyaluronsäure hat das OVG Münster als unter § 1 Abs.2 HeilpG für zulässig erachtet.

Ob Heilpraktiker über die Verwendung von modernen Medizinprodukten ausreichend durch ihre Ausbildung geschult werden und ausreichend Kenntnisse über den Verlauf von Blutgefäßen, Nervenbahnen und Muskelsträngen haben, darf jeder Patient für sich selbst entscheiden. Da es sich bei Botox um ein verschreibungspflichtiges Medikament handelt, dürfen Heilpraktiker lediglich die Unterspritzung vornehmen. Anders bei Fillern: bisher handelt es sich bei Hyaluronsäure und anderen Fillern nicht um ein verschreibungspflichtiges Medikament. Diese Klassifizierung kann sich in der Zukunft ändern, denn die Stimmen wachsen, dass eine neue Bewertung vorgenommen werden sollte.

Die Faltenunterspritzung mit Botox, Hyaluron oder vergleichbaren Substanzen durch die Kosmetikerin oder den Kosmetiker hat das OLG Karlsruhe verboten. Solche Behandlungen stellen eine strafbare Körperverletzung dar.

Was ist mit Zahnärzten?

Zahnärzte zählen nicht zu der Berufsgruppe der Ärzte und dürfen keine Botox Unterspritzungen vornehmen. Zahnärzte, die ohne ärztliche Zulassung oder Heilpraktikererlaubnis Faltenunterspritzungen vornehmen, kann die Approbation entzogen werden. Wir haben dazu schon berichtet. Botox-Behandlungen dürfen Zahnärzte nur in den Grenzen des Lippenrots durchführen. Faltenunterspritzungen oder Migräne, bzw. Hyperhidrose-Behandlungen sind unzulässig. Die zahnärztliche Behandlung ist auf die Zahnheilkunde beschränkt und Eingriffe auf die Gesichtsoberfläche, wie sie durch Unterspritzungen erfolgen, sind unzulässig.

Fazit zur Faltenunterspritzung

Bei der Faltenunterspritzung von Botox und Fillern gilt es zahlreiche Regularien zu beachten. Wir beraten Sie gerne, ob und wie Sie in Ihren Behandlungsräumen die Stoffe verwenden dürfen und welche Vorschriften ansonsten eingehalten werden müssen.

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