Schon
seit langem war die Zusammenführung des Bundesmantelvertrags Zahnärzte (BMV-Z)
und des Ersatzkassenvertrags (EKVZ) angekündigt. Nun wurde sie auch
umgesetzt – seit dem 1. Juli 2018 ist der neue Bundesmantelvertrag für
Zahnärzte (BMV-Z) in Kraft und ersetzt damit den bisherigen BMV-Z und der EKVZ.
Der neue BMV-Z regelt gem. § 82 Abs. 1 SGB V den allgemeinen Inhalt der
Gesamtverträge über die vertragszahnärztliche Versorgung zwischen der KZBV und
dem GKV-Spitzenverband.

Zum
Hintergrund des Bundesmantelvertrages

Der BMV-Z enthält allgemeine Regeln für die
vertragszahnärztliche Versorgung gesetzlich krankenversicherter Patienten und
ist Teil der Gesamtverträge zwischen
den Kassenärztlichen beziehungsweise
Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen- und
Ersatzkassenverbänden auf Landesebene. Die
Landesverbände der Krankenkassen schließen die Gesamtverträge mit Wirkung für
die Krankenkassen der jeweiligen Kassenart. Der BMV-Z ist sowohl für die
Vertragszahnärzte als auch die Krankenkassen verbindlich.

Neuer
BMV-Z ist ein Vertrag für alle gesetzlich versicherten Patienten

Während es im vertragsärztlichen Bereich
bereits seit 2013 einen einheitlichen BMV für die Primär- und Ersatzkassen gibt,
war dies bei den Zahnärzten bisher nicht der Fall. Bislang war es so, dass für
die Bereiche der Primär- und Ersatzkassen unterschiedliche Verträge galten.
Seit dem 01. Juli 2018 gibt es jetzt auch für den vertragszahnärztlichen
Bereich einen einheitlichen Bundesmantelvertrag. Der neue BMV-Z besteht aus
einem Paragrafenteil mit allgemeinen Bestimmungen und einem Anlagenteil mit jeweils
eigenständige Vereinbarungen mit den Krankenkassen zu spezifischen
Themenbereichen.

Was ist anders am neuen BMV-Z?

Somit gelten die gleichen Voraussetzungen für
alle Patienten – unabhängig davon, ob diese bei einer Primär- oder Ersatzkasse
versichert sind. Das soll zu mehr Transparenz führen, da nicht mehr auf
unterschiedliche Regelungen im Ersatzkassen- und Primärkassenbereich geachtet
werden muss. Darüber hinaus ist das Vertragswerk in sich nun auch klarer
strukturiert. Damit soll erreicht werden, dass die Regelungsinhalte
Vertragszahnärzten sowie Patienten leichter zugänglich werden. Die
Zusammenarbeit zwischen Zahnarztpraxen, Krankenkassen und Patienten soll so
erleichtert werden.

Welche inhaltlichen Änderungen bringt der neue
BMV-Z mit sich?

Auch inhaltlich bringt der neue BMV-Z einige
Änderungen. So wurde die Aufbewahrungsfrist für zahnärztlichen
Aufzeichnungen oder sonstige Behandlungsunterlagen, wie Heil- und Kostenpläne, vertragsärztliche
Befunde, Modelle und Bilder von ursprünglich 4 Jahren nunmehr auf 10 Jahre
verlängert. Diese gilt aber nicht für reine Arbeitsmodelle Zudem ist die
Möglichkeit zur elektronischen Aufbewahrung der zahnärztlichen Aufzeichnungen
aufgenommen worden. 

Geändert wurde auch die Regelung zur
Vereinbarung einer Privatvergütung mit Patienten auf deren ausdrücklichen
Wunsch. Verlangt der Patient eine Behandlung auf eigene Kosten, soll hierüber
vor Beginn der Behandlung eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem
Vertragszahnarzt und dem Versicherten getroffen werden. Darin soll sich der
Vertragszahnarzt den Wunsch des Versicherten, die Behandlung auf eigene Kosten
durchführen zu lassen, bestätigen lassen.

Auch die Voraussetzungen für einen
Zahnarztwechsel, die Vergütung von Teilleistungen und die Pauschalbeträge für
Abformungen wurden angepasst.

Klarere
Strukturierung des BMV-Z sorgt für mehr Transparenz

Der nun geltende Gesamt-Bundesmantelvertrag
besteht zwar noch immer aus 33 Vorschriften, allerdings sind diese durch
themenbezogene Abschnitte strukturierter und transparenter aufgebaut. Die
Anzahl der Anlagen ist ein wenig reduziert worden. Die Anlagen enthalten in
sich geschlossen vertragliche Vereinbarungen zu unterschiedlichen
Regelungsgegenständen. Zusätzlich wurden in der vertragszahnärztlichen
Versorgung übliche Formulare zuzüglich entsprechender Erläuterungen in einer
Anlage zusammengefasst. Die neuen Formulare sind seit Inkrafttreten des BMV-Z
bereits wirksam.

Abrufbar ist der neue Gesamt-Bundesmantelvertrag nebst Anlagen
sowohl auf den Internetseiten der KZBV als auch des GKV-Spitzenverbandes.

Veröffentlicht ist dieser Beitrag in der ZWP 10/2018

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