Gastkommentar von ZA Christopher Gau  (Erstveröffentlichung in der DZW 48/2018)

Zahnarzt Christopher Gau, Zahnheimat Esens

Da hat die KZBV ja mal wieder ganze Arbeit geleistet!
Viel Geld – übrigens das Geld von uns Zahnärztinnen und Zahnärzten – wurde bis jetzt schon für eine Kampagne gegen MVZs und Investoren in der Zahnmedizin verschwendet. Und jetzt gibt es einen Vorschlag für eine Textänderung im Gesetz, der die Zukunft der Zahnmedizin in Deutschland gefährdet, die Versorgung auf dem Land verschlechtern wird, den Verkauf Ihrer Praxis wesentlich erschweren wird und damit Ihre Altersvorsorge minimieren wird, die Anstellung von jungen Zahnärztinnen und Zahnärzten verhindern wird, dringend benötigte Investments aus dem dentalen Markt drängen wird und das alles nur, damit die Standespolitiker weiterhin sechsstellig verdienen können!

Herzlichen Glückwunsch, liebe KZBV, das war ja mal wieder ein Bärendienst für die deutsche Zahnmedizin!
Und wir, liebe Kolleginnen und Kollegen, interessieren uns entweder nicht, lassen uns von unseren Standesvertretern ein völlig unrealistisches Bild in den Kopf setzen und nehmen dies einfach als gegeben hin, oder es ist uns egal. Das war der Brexit den Engländern vor der fatalen Entscheidung übrigens auch.

Wer von den Kolleginnen und Kollegen wirklich wissen will, wie die Realität in der Zusammenarbeit mit einem Investor ist, den laden wir gerne zu uns ein. Dann wird jede und jeder von Ihnen feststellen können, daß kein einziges der von der KZBV entworfenen Szenarien im Praxisalltag der Wahrheit entspricht. Und aufgrund dieser vorsätzlich falschen Fakten und des vorlauten, trumpesken Verhaltens unserer Standesvertreter, wollen Sie sich wirklich Ihre Zukunft vorschreiben lassen? Sind Sie wirklich bereit, liebe Kolleginnen und Kollegen, auf einen Teil Ihrer Altersvorsorge zu verzichten, sind Sie wirklich bereit, eine Verschlechterung in der finanziellen Versorgung des dentalen Marktes in Deutschland zu akzeptieren, tragen Sie wirklich die Entscheidung mit, gegen die Wünsche der zukünftigen Generation Zahnärztinnen und Zahnärzte zu agieren, oder sind Sie für eine Chance, die zukünftige Zahnmedizin in Deutschland durch neue Investitionen abzusichern, so daß Vorteile für alle entstehen? Und das nur, weil Sie Standespolitikern glauben schenken, die schon in der Vergangenheit ihre Aufgaben nicht zufriedenstellend für die Zahnärzteschaft ausgeführt haben?

Ich will das nicht! Ich bin für das Ausloten aller Chancen für den Markt, für gemeinsame Gespräche und ja, ich bin auch dafür, den Einfluß von Investoren zu gestalten und zu regulieren. Aber Investoren komplett aus dem Markt zu drängen, führt nur dazu, daß diese ihr Geld in einem anderen europäischen Land investieren und so die bis jetzt starke Zahnmedizin in Deutschland ins Hintertreffen gerät. Ich glaube, jeder kennt unzählige Beispiele, wo uns unsere europäischen Nachbarn inzwischen einen Schritt voraus sind. Soll das auch für die Zahnmedizin zutreffen?

Es ist eine Minute vor zwölf, liebe Kolleginnen und Kollegen, es wird Zeit, daß wir den Politikern, die über den Gesetzestext entscheiden werden, klar machen, daß die KZBV nicht für alle Zahnärztinnen und Zahnärzte spricht. Und daß es besser wäre, endlich einmal gemeinsam über die Möglichkeiten in der Zusammenarbeit mit Investoren zu diskutieren, statt wie bisher, nur den von den Standespolitikern vorgezeichneten Weg zu gehen. Es gibt Lösungen, die allen helfen, niemanden verdrängen oder gefährden und die traditionell hohe Qualität in der Zahnmedizin in Deutschland bewahren. Die Lösung der KZBV tut dies nicht und mich würde auch mal interessieren, wie viele Millionen Euro die KZBV für diese Kampagne ausgibt? Viele Millionen Euro, die Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen in Ihren Praxen erarbeitet haben!!! Es wird Zeit aufzuwachen…

Kontakt:
nichtmeinestandesvertretung@gmail.com


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