Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat in einem aktuellen Urteil klargestellt, dass eine Faltenunterspritzung mit hyaluronsäurehaltigen Mitteln eine erlaubnispflichtige Ausübung der Heilkunde ist.

Infolgedessen hat das Gericht der Betreiberin von zwei Kosmetiksalons unter Androhung von Ordnungsgeld, ersatzweise Ordnungshaft untersagt, ohne behördliche Erlaubnis solche Faltenunterspritzungen durchzuführen oder anzubieten und zu bewerben (Urteil vom 17.02.2012, Az.: 4 U 197/11).

Das Urteil überrascht nicht. Denn natürlich stellt das Faltenunterspritzen unter Verwendung von hyaluronsäurehaltigen Präparaten eine erlaubnispflichtige Ausübung der Heilkunde im Sinne von § 1 Abs. 1 und 2 Heilpraktikergesetz (HeilprG) dar.

Eine erlaubnispflichtige Ausübung der Heilkunde sei stets dann gegeben, wenn die Tätigkeit ärztliche beziehungsweise medizinische Fachkenntnisse erfordert und die Behandlung bei generalisierender und typisierender Betrachtung gesundheitliche Schädigungen verursachen kann.

Und natürlich birgt das Spritzen unter die Haut die Gefahr von Gesundheitsschäden. Das Injizieren der Hyaluronsäure in die Haut erfordert neben dem gebotenen notwendigen allgemeinen Wissen bei der Verabreichung von Injektionen auch zusätzliche Kenntnisse über den Aufbau und die Schichten der Haut sowie über den Verlauf von Blutgefäßen, Nervenbahnen und Muskelsträngen.

Dem Gericht ist ohne Zweifel zuzustimmen, dass dies als Ausübung der Heilkunde zu qualifizieren ist. Wenn schon Zahnärzten die Faltenunterspritzung untersagt ist, muss dies erst recht für Kosmetikerinnen gelten.

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